Sind Piercings gefährlich für die Gesundheit?

Wie die FAZ berichtet, bei der Hälfte aller Piercings kommt es zu Komplikationen. Die Risiken dabei, sich ein Piercing stechen zu lassen und zu tragen, sind beträchtlich.

Weiterhin heißt es,

Der Eingriff ist eine gezielte Körperverletzung und zu hundert Prozent mit einem chirurgischen Eingriff vergleichbar. Neben den normalen OP-Risiken kommen beim Piercen die ungewöhnlichen Verletzungsorte dazu und die Gefahren, die das Einbringen eines Fremdkörpers mit sich bringt. Hinzu kommt, dass oft medizinische Laien Hand anlegen und nicht selten mit mangelnder Hygiene – so kann es zu Infektionen mit Hepatitis B, C, Tetanus, Tuberkulose und HIV kommen. Dieses Risiko besteht zum Beispiel dann, wenn nichtsterile Instrumente verwendet werden.“

Hier wird doch sehr verallgemeinert, wir können uns dem nicht anschließen.

Was meint Ihr dazu?

Info Piercing Schmuck

Die ersten Piercingschmuckstücke die vor Tausenden Jahren verwandt wurden bestanden aus natürlichen Materialien.

Schon damals wurden Knochen, Holz, Quarz oder auch Bernstein verwendet, wie der älteste gefundene Schmuckstecker beweist. Aus ägyptischen Gräbern konnten gläserne Schmuckstücke geborgen werden. Außerdem wurden Ton, Horn oder Perlmutt, sowie einfach Metalle als Piercingschmuck genutzt.

Auch heute werden noch natürlich Materialien verwendet, die allerdings nicht benutzt werden sollten, bevor der Piercingkanal vollständig abgeheilt ist. Material wie Holz oder Knochen können sehr glatt geschliffen werden und ermöglicht der Haut im Stichkanal das Atmen, wodurch Geruchsbildung und Talgablagerungen reduziert werden.

Piercingschmuck aus Knochen, Horn oder Elfenbein ist allerdings aus ethischer Sicht eher umstritten.
Zum Ersteinsatz eignen sich Materialien wie Titan, Teflon oder Palladium. Titan ist das gängigste Material für Piercingschmuck innerhalb der EU.

In den USA wird vorwiegend Edelstahl/Chirurgenstahl verwendet, welches in der EU laut Verbot von 1994-2004 nicht in neue Piercings eingesetzt werden durfte. Verboten wurde der Edelstahlschmuck wegen des hohen Nickelanteils. Allerdings konnte 2004 nachgewiesen werden, dass das Nickel fest eingeschlossen ist und somit unter den vorgeschriebenen Grenzwerten liegt.

Als Erstpiercing ist auch Schmuck aus 750er Gold oder speziellen Kunststoffen geeignet. Wenn der Piercingkanal vollständig verheilt ist, kann auch Schmuck aus anderen Kunststoffen, Acryl, Plexiglas oder Silber verwendet werden, wobei letzteres oft Nickelallergien auslösen kann. Außerdem gibt es Schmuck aus Kunststoffen, die in UV- und Schwarzlicht leuchten. Größere Stecker, aus verschiedenen Materialien und in diversen Formen, nennt man Plugs. Diese Plugs können aus Glas, Bernstein, Kunststoff und vielen anderen Stoffen bestehen.

Beachtet werden sollte, dass der Schmuck vor allem glatt ist, da raue Oberflächen die Keimbildung fördern können.
Zu den gängigsten Formen für Piercingschmuck, zählen Ball Closures und Barbells. Diese werden am häufigsten für den Ersteinsatz verwendet.

Der Ball Closure ist ein Ring, der mit einer Kugel verschlossen wird und wird meist bei Ohr- oder Brustwarzenpiercings genutzt. In gerader Form wird der Barbell in die Zunge eingesetzt. In gebogener Form dient es als Schmuck für die Augenbraue oder den Bauchnabel.

Für Wangen- und Lippenpiercing gibt es spezielle Labret-Stecker. Auf Barbells und Labret-Stecker können Schmucksteine, Spikes oder andere Formen, anstatt der üblichen Kugel, aufgeschraubt werden. Spezielle Schmuckstücke dienen für gedehnte Piercings oder Intimpiercings, die die Harnröhre betreffen.

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Piercing Wissenswertes

Schon vor etwa 7000 Jahren wurden verschiedene Haut- und Körperstellen gezielt durchstochen. Je nach Kultur wurde das Piercen (engl.: Durchstechen), als Tradition oder zur Abgrenzung von anderen Volksstämmen, zelebriert.

Damals wurden einfache Metalle, Holz, Quarz oder auch Knochen verwendet, um den Piercingschmuck herzustellen.
In Ägypten beispielsweise, konnten circa 1550 v. Chr. erste Ohrlöcher nachgewiesen werden. In Äthiopien zählten gedehnte Piercings in Lippen und Ohren zum Schönheitsideal.

Dort trugen Frauen sogenannte Tellerlippen, deren Größe über ihr Ansehen entschied. Heute dienen diese Tellerlippen nur noch zur Touristenattraktion. Bei hinduistischen Ritualen wurden schon Kindern Ohrlöcher gestochen, da diese dem Glauben nach vor Krankheiten schützen. Diverse Oberflächenpiercings zählen zu den neuen Piercingarten und wurden erst in den späten 90er Jahren populär.

Eine der bekanntesten Piercingarten ist das Ohrpiercing. Dazu zählt neben dem einfachen Ohrloch, auch das Piercen durch den Knorpel der Ohrkante „Helix“. Das Durchstechen der Ohrmuschel und den Knorpelauswölbungen ist keine Seltenheit und bietet die verschiedensten Möglichkeiten.

Das Augenbrauenpiercing und das Labret Piercing zählen zu den neueren Piercingarten. Weitere Gesichtspiercings sind etwa das Madonna-Piercing, das seitlich über der Oberlippe sitzt und an das aufgemalte Muttermal von Madonna oder Marilyn Monroe erinnert. Neben dem populären Zungenpiercing, werden auch häufig das Lippen- und das Zungenbändchen durchstochen.

Nasen- und Bauchnabelpiercings zählen ebenfalls zu den bekanntesten Arten und wurden überwiegend von Frauen getragen. Doch auch Brustwarzen- und Intimpiercings erfreuen sich zunehmender Beliebtheit, da heutzutage offener mit Nacktheit umgegangen wird, als noch vor 50 Jahren.

Oberflächenpiercings und gedehnte Piercings zählen zu Variationen des bekannten Piercens. Bei Oberflächenpiercings liegen Einstich- und Austrittskanal auf einer Ebene, wie etwa beim Piercen im Genick. Desweiteren zählen auch Transplantationen von Metallplatten dazu.

Diese schließen meist mit einem Gewinde ab, in das man verschiedene Aufsätze schrauben kann. Bei gedehnten Piercings wird der Kanal normal gestochen und mit einem konischen Dehnungsstift vorsichtig über mehrere Wochen und Monate geweitet.

Zu den weniger bekannten Arten des Piercens zählen die sogenannten Play-Piercings, die im vorwiegend im BDSM-Bereich angewandt werden. Dabei werden vorübergehend Akupunkturnadeln oder Kanülen in den Körper gestochen. Gelegentlich werden daran auch dünne Ketten oder Fäden befestigt, um eine Zwangshaltung zu erreichen.

Aber eines ist bei nahezu allen Piercingarten gleich:

In den meisten Fällen sind keine Grenzen bei der Wahl der Stelle und der Anordnung mehrerer Piercings gesetzt.

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Piercing stechen

Beim Stechen eines Piercings sind einige wichtige Punkte unbedingt zu beachten. So muss zum Beispiel die zu piercende Körperstelle desinfiziert werden, damit es in diesem Bereich nicht zu Infektionen kommt. Sind auf dieser Körperstelle Haare, dann werden auch diese entfernt.

Jetzt markiert der Piercer den Ein- und Austrittspunkt, wo das Piercing sitzen soll. Diese Stelle wird dann mit einer Zange fixiert, die an beiden Seiten eine ringförmige Klemme hat. Durch diese Öffnung kommt dann beim Piercing stechen die Piercingnadel. In Europa gibt es dazu eine besondere Art des Piercing stechen.

Die Nadel ist mit einem Plastik- oder Teflonbezug überzogen. Sobald die Nadel durch die Haut gestochen wurde, wird diese entfernt und nur der Überzug bleibt im Gewebe stecken. Durch diesen Kanal wird dann später das Schmuckstück gezogen.

In den USA dagegen werden beim Stechen des Piercings Piercingnadeln aus Chirurgenstahl genutzt. Diese Nadeln haben einen Hohlraum, durch den dann das Schmuckstück gezogen wird.

Natürlich kann man sich auch außerhalb eines Piercing-Studios ein Piercing stechen lassen. Dies nennt man Ohren- oder Nostril-Piercing, welches oftmals von Juwelieren mit einer Ohrlochpistole durchgeführt wird. Seriöse Piercingstudios lehnen diese Methode aber ab, denn es kann zu Gewebeeinrissen oder zum Splittern von Knorpel kommen. Außerdem sind die Ohrlochpistolen nicht zu 100 % zu sterilisieren.

Eine andere Methode sich ein Piercing stechen zu lassen ist das sogenannte Dermal Punch. Hierbei werden Gewebeteile bis zu einem Durchmesser von 8 mm direkt aus der Haut herausgestanzt. Diese Methode wird genutzt, wenn man größere Schmuckstücke einsetzen will. Diese Piercing Methode hat den Vorteil, dass sie besser heilt, denn der Schmuck übt keinen Druck auf das Gewebe aus.

Bei den Naturvölkern werden Piercings noch mit Naturmaterialien wie Dornen oder spitzen Tierknochen gestochen.
Die Schmerzen beim Stechen des Piercings sind vergleichbar mit dem Stich, den man bei einer Impfung bekommt. Er kann zwar als intensiv empfunden werden, aber er hält nur einen Bruchteil von Sekunden an.

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Piercing Pflege

Jeder, der sich schon mal ein Piercing stechen hat lassen, der weiß dass die Piercing Pflege danach enorm wichtig ist. Damit werden schlimme Entzündungen vermieden.

Folgende Punkte sollten im Rahmen der Piercing Pflege beachtet werden. Das frische Piercing sollte auf keinen Fall mit ungewaschenen Fingern berührt werden. Auch sollte keine fremden Körperflüssigkeiten wie Speichel, Sperma und Schweiß an das Piercing kommen.

Bevor man den Schmuck dreht, sollten Verkrustungen oder sonstige Verklebungen behutsam entfernt werden. Zur Piercing Pflege gehört auch unbedingt, dass mindestens nach Woche nach dem Stechen keine blutverdünnenden Medikamente wie Aspirin eingenommen werden dürfen.

Ebenfalls ist darauf zu achten, dass das Piercing nicht unnötigem Druck oder Reibung durch Kleidung ausgesetzt wird. Nach dem Piercing ist es auch für zwei Wochen nicht erlaubt ins Schwimmbad oder Solarium zu gehen. Wannenbäder sind ebenfalls zu vermeiden. Piercing Pflege sollte nicht soweit gehen, dass man das noch nicht verheilte Piercing mit Duschgel oder Seife säubert. Zum Reinigen sollte immer klares Wasser oder eine Kamillenlotion verwendet werden.

Ein Haut- oder Knorpelpiercing sollte in den ersten Tagen 2-3 mal von Verkrustungen befreit werden. Sobald die Verkrustungen aufgeweicht und gelöst sind, wird die Wundstelle mit etwas Desinfektionsmittel beträufelt und dann das Piercing gedreht. Danach alles vorsichtig trocken tupfen.

Beim einem Zungenpiercing ist zu beachten, dass man mindestens 1 Woche nicht rauchen soll. Oralkontakte sind verboten, dies gilt auch für das Küssen. Ebenso sollten alle Milchprodukte, sauere und scharfe sowie heiße Lebensmittel vermieden werden.

Bei einem Intimpiercing ist der Sexualkontakt gänzlich bis zur Abheilung zu vermeiden.
Sollte sich aber trotz regelmäßiger Pflege ein Piercing entzünden, dann darf es auf keinen Fall entfernt werden. Denn der Entzündungsherd kann sich verkapseln und das Eiter nicht mehr abfließen. In solche einem Fall sollte man sich umgehend an den Arzt oder den Piercer wenden. Hier wird mit professioneller Hilfe nachgeschaut, wie man die Entzündung in den Griff bekommt, ohne das umliegende Gewebe weiter zu schädigen.

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Infos Augenbrauenpiercing

Das Augenbrauenpiercing entstand in den 1908er Jahren und ist damit eines der jüngsten Piercings. Es gilt insofern als Ausnahme, da es keine sexuelle, rituelle oder ideologische Bedeutung hat, sondern allein aus ästhetischen Gründen getragen wird.

Der Stichkanal verläuft an beliebiger Stelle vertikal durch das Augenbraue, als Schmuck werden oft Cirved Barbells oder Ball Closure Rings getragen.

Durchführen lassen kann man das Augenbrauenpiercing im Piercingstudio. Auch einige wenige Juweliere bieten das Piercen an – bei ihnen sollte man allerdings vorher herausfinden, wie sicher sie dabei sind, denn diese Form des Piercings ist nicht völlig ungefährlich. Für gewöhnlich wird der Stichkanal durch das äußere Drittel der Augenbraue geführt, da in den inneren Arealen deutlich mehr Nerven liegen. Wenn sie beschädigt werden, kann es zu bleibenden Lähmungen im Gesicht kommen, die deutlich erkennbar sind. Daher vertraut man am besten auf die Fachkenntnis eines professionellen Piercers, das minimiert das Risiko erheblich.

Ein Augenbrauenpiercing wird in der Regel im Liegen durchgeführt. Es handelt sich zwar um keine so komplizierte Arbeit wie etwa ein Bauchnabelpiercing, kann aber trotzdem zu Kreislaufschwäche führen – die Symptome zeigen sich in liegender Haltung weniger deutlich. Außerdem ist diese Position für den Piercer deutlich angenehmer. Nach dem Piercing dauert es etwa zwei bis vier Wochen, bis der Stichkanal vollständig ausgeheilt ist.

Es kommt vergleichsweise selten zu Komplikationen wie Entzündungen, meist heilt der Kanal sehr gut und verursacht dabei keinerlei Probleme. Sobald sich der erste Schmuck drehen lässt, kann er ausgetauscht werden. Wie jedes andere Piercing auch müssen allerdings auch Augenbrauenpiercings in der Heilungsphase desinfiziert werden. Außerdem muss darauf geachtet legen, dass keine Make-Up-Produkte oder Reinigungsmittel mit dem frisch gestochenen Piercing in Berührungen kommen, denn sie lösen Reizungen aus.

Ein Augenbrauenpiercing hat zwar keine Konnotation, ist aber dennoch nicht immer gesellschaftsfähig. Wenn man sich nicht gerade in einem Piercingstudio bewirbt, sollte man es besser entfernen. Oft wird diese Art von Piercings mit einer punkigen Grundeinstellung assoziiert, denn sie wurde erst durch den Punkrocksänger Chuck Mosley von der Band Faith No More auf der Welt bekannt. Die einzige Ausnahme sind wirklich dezente Piercings, die zum Outfit passen und nicht sonderlich auffallen.

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